Grafik Borkenkaefer 3

Schädlinge kennen keine Grenzen!

„Glücklich ist die Forstpartie, der Wald, der wächst auch ohne sie.“ Diese humoristische Zuspitzung von Wilhelm Busch möchte sich wohl vorbehaltlos und vollkommen ohne Humor der ein oder andere Waldplaner anschließen. Doch die romantische Vorstellung eines Waldes als Ort der natürlichen Glückseligkeit entspricht nicht der sächsischen Realität. Dazu Georg-Ludwig von Breitenbuch:

„Wir in Sachsen betreiben mit dem Staatsbetrieb Sachsenforst, aber auch unzählige Privatwaldbesitzer und Körperschaftswälder eine nachhaltige Forstwirtschaft. Hierfür bedarf es Hege und Pflege und vieler Eingriffe des Menschen. Dazu gehören Aufforstungen ebenso wie der gezielte und schonende Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gerade gegen schädigende Insekten. Nur so erbringen wir jetzt und für die nachfolgenden Generationen gesicherte Erträge des natürlichen Rohstoffes Holz. Über dies nimmt der bewirtschaftete Wald eine wichtige Funktion als CO2-Speicher ein.

Für mich ist es daher unverständlich, wenn aktuell seitens des Sächsischen Umweltministeriums (SMEKUL) der Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln wie z. B. dem Borkenkäfer nördlich der Bundesautobahn 4 versagt worden ist. Laut SMEKUL befinden sich 93% der befallenen Fichten südlich der BAB 4, um Umkehrschluss aber eben auch 7% nördlich davon. Die Verantwortlichkeit für einen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln muss zwingend in den Händen der Praktiker bleiben. Gerade jetzt braucht der sächsische Wald Führsorge in der Behandlung und Weitsicht sowie Ganzheitlichkeit in der Planung der Bewirtschaftung. Große Teile des Waldes, welche sich auch noch durch etwas so Unnatürliches wie eine Autobahn als Grenze ermitteln lassen sollen, einfach aufzugeben (und damit auch sämtliche Nachbarbestände zu gefährden!) darf nicht dazu gehören. Wir wollen weniger Pflanzenschutz, wenn aber der Verlust an vielen Bäumen einen mehrfachen Schaden macht müssen wir uns diese Möglichkeiten erhalten. Auch nördlich der A4!"